Die Geschichte unserer Wehr seit 1874

Zu den Aufgaben des am 01.07.1862 gegründeten Bezirksamtes Alzenau gehörte auch die Organisierung und Überwachung des Feuerschutzes in den dazu gehörenden Gemeinden. Demzufolge wurde die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr angeregt und im Jahr 1867 eine Feuer-Löschordnung erlassen.

1871 folgte ein Fragebogen in dem die Bürgermeister der Gemeinden zu berichten hatten, was in den vergangenen 4 Jahren „das Feuerlöschwesen betreffend“ geschehen sei. Viele Gemeinden widmeten sich der Sache sofort mit Eifer und organisierten eine Freiwillige Feuerwehr. In Geiselbach hatte man es nicht so eilig. Bürgermeister Heilmann meldete im Fragebogen von damals:
68 gemeindliche Feuereimer, 2 Leitern, Feuerhacken, Pech- Kränze und Fackeln und Löschwasser in Überfluss. Dazu gab es einen gewählten Vorstand, eine lokale Löschordnung und eine Liste in der jedem Bürger ein Posten zugewiesen wurde.
Dies schien dem Bürgermeister ausreichend zu sein.

Nicht aber einigen Verantwortungsbewussten Bürgern. Sie gründeten eine Bürgerinitiative, deren Sprecher Hartmann Kilian bemühte sich um die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr. Als er sieben junge Männer beisammen hatte, konnte am 10.08.1874 die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Geiselbach gemeldet werden.
Zu den Gründungsmitgliedern zählten:

•Hartmann Kilian 
•Kaiser Joseph
•Staab Gregor
•Reising Ignaz
•Heilmann Johann Joseph
•Kraus Peter
•Noe Johann

Hartmann Kilian wurde erster Kommandant. Seine  Amtszeit war von 1874 - 1882.

Das Wirken dieser kleinen Wehr blieb jahrelang bescheiden. In den folgenden 4 Jahren schlossen sich weitere 5 Mitglieder an. Die dürftige Ausrüstung setzte ihren Bemühungen allerdings Schranken. Ihr andauernder Kampf um besseres Löschgerät führte dann aber 1878 zu einem beachtlichen Gemeinderatsbeschluss mit folgenden Punkten;

•Anschaffung einer Löschmaschine
•Bau einer Spritzenhalle
•Ankauf nötiger Requisiten
•Aufnahme einer 1600 Mark Anleihe
•Tilgung aus Mitteln der Gemeinde

In einer Bürgerversammlung wurde der Gemeinderatsbeschluss einstimmig gebilligt. Und noch im selben Jahr lieferte die Fa. Stieler in Nürnberg für 1000 Mark ihre vierrädrige Saug- und Druckspritze
mit 30m Hanfschläuchen (Abb. Ähnlich).

1879 begann man mit dem Bau des Spritzenhauses. Dies war ein Anbau am Armenhaus aus Stein, geräumig, luftig und trocken.
Im Visitationsbericht dieses Jahres wurde der jungen Wehr bescheinigt, dass die Mannschaft gut ausgebildet und jederzeit schlagfertig ist. Es gab 16 Freiwillige. Alle hatten Dienstkleidung und es herrschte eine gute Corpsdisziplin. 

Zwei Jahre, die zu Stolz berechtigten. Aber jedem Hoch folgt auch wieder ein Tief. Denn 3 Jahre später gab es Ärger!
Die Mannschaft der Feuerwehr hatte sich auf 21 Mitglieder erhöht und ein neuer Kommandant übernahm das Ruder. Auch auf dem Bürgermeistersessel hatte ein anderer Platz genommen. Kommandant Kirchner und Bürgermeister Ries waren sich uneinig. So kam es, dass 1882 eine Beschwerde vom Bürgermeister über den Kommandant im Bezirksamt einging. Dieser schien ihm unfolgsam sein.
Daraufhin ersuchte das Bezirksamt den Bayerischen Landes-Feuerwehr-Verband um eine gutachtliche Äußerung. Bei dieser kam allerdings heraus, dass der Bürgermeister im Gegensatz zum Kommandanten seine Aufgabe verkannt hatte. Diesem wurde daraufhin empfohlen solche Differenzen nicht wieder hervorzurufen und statt dessen die Feuerwehr besser zu unterstützen.

Im gleichen Jahr kam es zu einen weiteren amüsanten Zwischenfall.

Pfarrer Girstenbrey fühlte sich eines Sonntag Nachmittags in seiner Christenlehre durch den Signalruf des Hornisten gestört und schimpfte über das Kuhhorn der Feuerwehr. "Sie koste die Gemeinde sowieso nur Geld und diene nur dazu dem Wirt mit Schoppen den Geldbeutel zu stopfen". Das Bezirksamt empfahl daraufhin dem Kommandant auf den öffentlichen Gottesdienst Rücksicht zu nehmen, damit Vorkommnisse dieser Art nicht mehr wiederkehren.

Nun folgten Jahre friedlicher Entwicklung, zumal nach einem neuerlichen Bürgermeisterwechsel Kommandant Kirchner in Bürgermeister Staab einen passenden Partner fand.
Die Mannschaft wuchs weiter. Im Jahr 1897 waren es 43 Freiwillige. In den Visitationsberichten wurde die Wehr gelobt und wiederholt als eine der besten des Bezirks bezeichnet.

Solches Lob kann aber auch verderblich sein. So kam es noch im gleichen Jahr zum großen Knall. Anlässlich hoher Regierungsentschließung hatte Kreisfeuerwehrvertreter Schultz eine Inspektion angekündigt. Er kam nach Geiselbach und … stand allein auf weiter Flur. Er ließ durch Bürgermeister Staab den Kommandanten rufen. Kirchner kam und erklärte:
Im Nachbardorf sei Kirchweih, alle Geiselbacher seien dort, von seiner Wehr befände sich folglich kein Mann im Ort.
Der Bürgermeister goss noch Öl ins Feuer, er äußerte sogar die Meinung in Geiselbach bräuche man gar keine Feuerwehr da es ja sowieso nie brennen würde. Er ließ obendrein erkennen dass er wenig Respekt vor dem Bezirksamt habe.

Damit hatten sich Kommandant Kirchner und Bürgermeister Staab in einer düsteren Stunde einiges erlaubt und konnten sich auf Übles gefasst machen. Die Behörden reagierten sehr sauer. Sie erkannten die Ursache nicht im Ungehorsam der Mannschaft, sondern im Ungehorsam des Kommandanten:
Man müsse deshalb einen neuen Kommandanten wählen und die Feuerwehr neu organisieren. Es sei endlich mit den Männern zwischen 18 und 55 Jahren eine Pflichtmannschaft zu bilden. Des weiteren seien öfters Inspektionen nötig.

Diese Geiselbacher! Schien ihnen doch ein bisschen Kirchweihvergnügen wichtiger als der gute Eindruck vor einem Gesandten der Regierung zu sein. Hier war der gute Ruf ganz schön angekratzt. Man musste sich bemühen, das alte Ansehen zu retten.

Zu Beginn des Jahres 1898 fand eine Bürgerversammlung statt, in der die Verantwortlichen die Konsequenzen klar erkannten. Durch eine Neuwahl wurde Hartmann Josef  einstimmig zum neuen Kommandanten berufen.
Seine Amtszeit ging von 1898 - 1922.
Eine Mitgliederliste wurde aufgelegt und viele anwesende Bürger trugen sich ein. Am Ende der Versammlung konnte die Feuerwehr 70 Freiwillige  im Alter von 25 bis 50 Jahre aufweisen. Damit erübrigte sich die befohlene Aufstellung einer Pflichtmannschaft. Die Organisation wurde besprochen, denn die Geiselbacher Wehr sollte wieder eine der besten werden.
Der große Knall hatte sich als reinigendes Gewitter erwiesen.

Kommandant Josef Hartmann, der Mann der Stunde, führte seine Feuerwehr besonnen und pflichtbewusst zur Zufriedenheit der Mitglieder, der Gemeinde und der Behörden. Schon im Jahr 1900 wurde ihm durch Feuerwehrvertreter Schultz bestätigt:
Mannschaft gut uniformiert, gut ausgerüstet, im Fußexerzieren sehr gut ebenso im Geräteexerzieren und in der Angriffsübung.
Hartmann bemühte sich auch stets um die Ausrüstung. Er beschaffte eine Schubleiter, einen 2rädrigen Leiterwagen und neue Schläuche. Der Abfluss des Pfarrweihers erhielt eine Stauvorrichtung.

Im Jahre 1906 konnte er dem Kreis-Feuerwehr-Vertreter zur Visitation neben 60 Freiwilligen auch noch eine Pflichtmannschaft mit 51 Mitgliedern vorstellen. Auch seitens der Gemeinde wurde sein Einsatz durch Zuwendungen laufend anerkannt. So meldete Bürgermeister Bergmann, die Gemeindekasse habe für Feuerlöschzwecke geleistet:
1910 -- 120 Mark, 1911 -- 67 Mark, 1912 -- 98 Mark.

Josef Hartmann kommandierte die Geiselbacher Wehr 24 Jahre mit großem Erfolg. Dann überließ er das Kommando einem jüngeren Mann, nämlich Peter Simon. Seine Amtszeit ging von 1922 – 1933.

Peter Simon war soldatisch in Haltung und Charakter und zeigte sich als der geborene Feuerwehrkommandant. Er selbst wie seine Mannschaft fanden bei allen Stellen Anerkennung und Auszeichnung. Aufgrund seiner Fähigkeit und Leistung wurde er sogar berufen die übrigen Wehren im Kahlgrund zu inspizieren. 1932 wurde er Bezirksbrandinspektor. Er erhielt auch das Kommando über die Gemeinde indem er Bürgermeister wurde. Das hatte allerdings zur Folge, dass ihm zur Leitung der Feuerwehr die nötige Zeit fehlte. So kam es, dass er 1933 das Kommando einem anderen überlassen musste.

Sein Nachfolger wurde Paul Klein  der das Amt die folgenden 12 Jahre innehatte. Seine Amtszeit ging von 1933 – 1945.

Was sich zu seiner Zeit unter dem NS-Vorzeichen ereignete, hat dem früheren streitbaren Kommandanten Kirchner im Grabe noch mal Aufregung gebracht.

Kommandant Paul Klein wurde 1936 verpflichtet seine Freiwillige Feuerwehr dem Ortspolizeiverwalter zu unterstellen. Sie wurde dafür als Feuerlöschpolizei anerkannt und erhielt das recht zum Tragen des Polizei-Hoheitszeichens.

Jetzt wurde es militärisch und allmählich Kriegsmäßig, in der Ausbildung sowie in der Ausrüstung. Die 48 Mann starke Wehr erhielt Verbandskästen, Tragbahren, 2 Handspritzen, 300 Meter neue Schläuche und 1941 zur 60 Jahre alten Saug-Druckspritze noch eine fahrbare Anhänger-Motorspritze Marke Bolemenik.

Damit hatte unsere Feuerwehr die Kriegsjahre leidlich überstanden. Mit dem Kriegsende begann aber ein böses Tief. Der allgemeine Zusammenbruch brachte auch den Zusammenbruch der Freiwilligen Feuerwehr. Simon und Klein mussten in bitterer Enttäuschung die Entnazifizierung über sich ergehen lassen, wurden dabei vergrämt und verloren jede Lust am öffentlichen Wirken. Auch die Kriegsmüde Mannschaft wollte von Uniform und Exerzieren nichts mehr wissen. Man hatte auf gut Deutsch „Die Nase gestrichen voll“. Ein Zustand der 3 Jahre andauerte.

Im Jahre 1948 meldeten sich die Behörden. Sie wollten die Feuerwehr wieder zum Leben erwecken, indem sie auf deren Notwendigkeit verwiesen und an jedermanns Verantwortlichkeit appellierten.

Der Appell fiel auf fruchtbaren Boden. Unter Bürgermeister Klein kamen die Geiselbacher zusammen. Man entschloss sich zu neuem Beginn und wählte Hermann Nees zum Kommandanten. Der aber stellte schon 6 Wochen später sein Amt wieder zur Verfügung.

Eine Neuwahl noch im selben Jahr berief Trautenbach Friedel zum Kommandanten,
der die Aufgabe mit Eifer und Erfolg bis 1969 wahrnahm. Seine Amtszeit ging von 1948 – 1969.

In Anerkennung seines Einsatzes wurde er 1961 Kreisbrandmeister. Unter seiner Leitung wurde vorrangig neu organisiert, geübt und ausgebildet. Es wurden sogar Ausbildungskurse besucht.

In seiner 2 Jahrzehnte dauernder Tätigkeit sind folgende Schadensfälle überliefert.
1950 Brand der Scheune von Georg Kreß
1951 fand man im Teufelsgrund, nahe der Teufelsmühle, die im Geiselbach ertrunkene Eva Klotz.

Mit kräftiger finanzieller Hilfe der Gemeinde gab es eine stattliche Reihe größerer Anschaffungen. Zunächst bekam die gute alte Druckpumpe nach 70jähriger Dienstzeit ihre wohlverdiente Ruhe.
1955 bekam unsere Feuerwehr eine neue Motorspritze, eine Balcke TS 8/50.
Die Bolemik Saug- und Druckpumpe wurde dabei in Zahlung gegeben.

Das Jahr 1956 kann als Meilenstein in der Geschichte unserer Freiwilligen Feuerwehr gewertet werden. Es brachte die Planung und den Baubeginn des neuen Gerätehauses "Im Rainchen". So gab es unter Trautenbachs Regie mehrfach Grund zum Feiern.

1959 war es die Freude über das fertig gestellte neue Gerätehaus.
1962 wurde als erste Feuerwehr im Kahlgrund erfolgreich eine Leistungsprüfung abgelegt.
1964 gab es ein großes Kreis-Feuerwehrfest
1965 wurde dann endlich auch ein Mannschaftswagen erworben, ein Ford Mahr TSF auf der Basis eines Transit.
 Er beförderte 6 Mann und hatte eine Vorrichtung für eine einschiebbare Tragkraftspritze im Heck. Auf dem Dach war eine 2teilige Steckleiter angebracht.

"nb" steht für Personen die dem Autor nicht bekannt sind!
Von links: nb, Felix Fuchs m. Sohn Rudi, kniend Vinsens Heilmann, Blanka Luchs, Ewald Weber, Manfred Fuchs.
Hintere Reihe von rechts: Alfred Nees, Arnold Hornick, Friedel Trautenbach, Ingrid Dedio, nb, Herbert Heilmann, nb.

1966 kam es während eines schweren Gewitters gleich zu 2 Bränden. Blitze schlugen fast zeitgleich in die Scheunen auf dem Hof Frohnbügel und bei Valentin Fath ein.

Friedel Trautenbach trat 1969 zurück.

Sein Nachfolger wurde Felix Fuchs der aus beruflichen und gesundheitlichen Gründen drei Jahre später eine Neuwahl empfahl. Seine Amtszeit war von 1969 – 1972.

1972 kaufte man einen Toilettenwagen. Dessen Anschaffungskosten wurden durch Vermietung an andere Vereine im Laufe der Jahre geschmälert.

Nun wurde aufgrund der Neuwahl vom 14. 10. 1972 Robert Jung
Kommandant unserer Freiwilligen Feuerwehr.

Seine Amtszeit ging von 1972 – 1982

1973 kam es zu einem Stallbrand am Anwesen von Kilian Blam.

Kommandant Jung verfügte damals über 3 Löschgruppen, alle waren gut ausgebildet und geprüft.
Im Herbst 1973 wurde eine Jugendgruppe gegründet. Sieben junge Burschen befanden sich in der Ausbildung.

Von Links: Jugendwart Gottlieb Hufnagel, Karl Heinz Naumann, Stephan Franz, Heinz Fuchs, Jürgen Weber, Thomas Müller, Martin Blam, Rainer Heil, Kommandant Robert Jung, Jugendwart Werner Rosenberger.

Seit der Gründung 1874 waren mittlerweile 100 Jahre vergangen. Das war ein großes Jubiläumsfest wert. Vom 24. – 27. Mai 1974 wurde daher in Geiselbach groß gefeiert. Mehr Bilder und Infos finden sie in der Festschrift.
1975 gab es in Geiselbach 3x Hochwasser. Im gleichen Jahr begannen Pläne, die der Geiselbacher Freiwilligen Feuerwehr einen Schritt nach vorne ermöglichen sollten. Neben den jetzt bestehenden 6 Schwerpunktwehren sollte unsere zum neuen 7. Schwerpunkt werden; sie erhielt 1976 ein größeres Feuerwehrauto, ein LF 8, das auch zum Aufnehmen von schwerem Atemschutz geeignet war.
1980 kam es zu einem Waldbrand im Vorderen Gleisberg und einem Wohnungsbrand in der Horbacher Straße bei Pfaff Hermann.
1981 gab es erneut 2x Hochwasser.

Robert Jung bemühte sich jahrelang um die Erweiterung
bzw. den Neubau des Feuerwehrgerätehauses. Dies wurde ihm aber aus finanziellen Gründen seitens der Gemeinde verwehrt.

Erst unter seinem Nachfolger sollten die entscheidenden Schritte in die Wege geleitet werden können.

1982 übergab er das Ruder an Thomas Müller. 
Seine Amtszeit ging von 1983 – 1986

Unter dessen Leitung wurde 1984 zunächst ein Antrag auf Erweiterung des Gerätehauses gestellt. Der dann aber im Verlauf der weiteren Gespräche in einen Neubau hinter dem alten Gerätehaus umgewandelt wurde.

Mit eifriger Unterstützung der Mitglieder, deren Ehefrauen und auch Helfern, die nicht der Feuerwehr angehörten konnte bereits 1985 die Einweihung des Rohbaus gefeiert werden.

Im Mai 1986 war dann die feierliche Einweihung des neuen fertiggestellten Geräthauses mit Fahrzeughalle, Schulungsraum und Sanitäranlagen. 

Nach viereinhalb Jahren als Kommandant musste er auf zwingende Weisung des Landratsamtes seinen Posten als Kommandant zur Verfügung stellen, da er seit einiger Zeit als Berufsfeuerwehrmann in Frankfurt tätig war.

In einer außerordentlichen Generalversammlung am 05.07.1986 wurde Bernhard Fuchs zu seinem Nachfolger gewählt.
Seine Amtszeit ging von 1986 – 1998.

Während seiner Amtszeit wurden erstmals Mädchen ab 14 Jahren in die Jugendfeuerwehr aufgenommen. Aufgrund der hohen Anzahl von FW-Jugendlichen und Jung-Aktiven welche noch keine Lehrgänge für Truppmann oder Truppführer hatten, wurden Lehrunterlagen erstellt und in abendlichen Schulungen vermittelt. Die abschließende und für alle erfolgreich bestandene Prüfung fand unter der Aufsicht von Kreisbrandrat Wolfgang Füllgrabe statt.

1988 brannte in Krombach die „Alte Brauerei“. Zu den Löscharbeiten wurde auch unsere Wehr angefordert.

1990 kam es nach einer Ölofenexplosion zu einem Küchenbrand in der Horbacher Straße. In diesem Jahr mussten auch 6x Sturmschäden beseitigt werden.

1991 brannte die Scheune vom Aussiedlerhof Schmelz in Langenborn. Um den Flammen Herr zu werden waren 9 Feuerwehren des Umkreises im Einsatz.
Im Oktober des gleichen Jahres gab es, durch Brandstiftung einen Strohballenbrand zwischen Hirtengraben und dem Trinkwasser-Hochbehälter.

Wie alle seine Vorgänger, begleitete Bernhard Fuchs zum Amt des Kommandanten auch die des Vereinsvorsitzenden. Da die Doppelfunktion der Kommandanten eine zunehmende Belastung und juristische Probleme verursachte, wurde im Bayerischen Feuerwehrgesetz schon im Januar 1982 eine Trennung von Feuerwehr und Feuerwehrverein verlangt. Siehe BayFwG Kap.5
Um dieser gesetzlichen Forderung endlich gerecht zu werden, überarbeitete er 1992 in Zusammenarbeit mit Wolfgang Kaiser die alte Satzung. Im März wurde die Vorstandschaft neu gewählt.
Als neuer Vereinsvorsitzender wurde Wolfgang Kaiser  gewählt.
Kommandant und Vorsitzender initiierten eine Aktion zur Rückführung ehemaliger Feuerwehrleute in den Feuerwehrverein als passive Mitglieder.

1993 kam es zu einem Freiflächenbrand hinter dem Hof Frohnbügel.

1994 stellte Bernhard Fuchs den Antrag an die Gemeinde zur Beschaffung eines neuen Löschfahrzeuges (LF 8/6 TH Allrad) mit Technischer Hilfeleistung und 600 L Wassertank für Schnellangriff, sowie den Antrag auf Erweiterung des Gerätehauses um die Bereiche Dienstbüro, Damentoilette, Dusche, Küche und Lagerraum. In diesem Jahr lagen Freud und Leid nicht weit auseinander. Zu Beginn feierte man ganz groß das 120jährige Gründungsfest mit historischem Festzug und zum Ende des Jahres, ereignete sich auf der Staatstraße nach Gelnhausen, ein Verkehrsunfall mit tödlichem Ausgang. Unsere Wehr war zwar als erste vor Ort, konnte der eingeklemmten Person aber nicht helfen. Unser damaliges Fahrzeug hatte zur Personenrettung keine dafür notwendigen Geräte an Bord. Angesichts dessen begann 1996 die Planung zur Beschaffung eines neuen Einsatzfahrzeuges. Dies sollte auch mit einem Rettungssatz ausgerüstet sein.

1997 wurde ein Einsatzplan für das Objekt „Hof Frohnbügel“ erarbeitet. Der Schwerpunkt lag auf der Versorgung der Einsatzkräfte mit ausreichend Löschwasser. Die Schwierigkeit dabei, der letzte Hydrant liegt in Geiselbach. Deshalb muss über eine „Lange Schlauchstrecke (1.200 m) genügend Löschwasser für die Einsatzfahrzeuge zur Verfügung gestellt werden. Der zu bewältigende Höhenunterschied beträgt dabei 45 m. Bei den damaligen Pumpenleistungen mussten dafür mehrere Pumpen dazwischen geschaltet werden.

1998 fand deshalb mit den Wehren des oberen Kahlgrundes und den Hessischen Nachbarwehren eine Großübung statt, um die Tauglichkeit des erstellten Einsatzplanes zu testen.

Im Juni übergab Bernhard Fuchs das Ruder an Martin Köbert.
Dessen Amtszeit ging von Juni 1998 - 2007

Im November 1998 konnte endlich das neue Einsatzfahrzeug bei der Fa. Ziegler abgeholt werden. Schon 3 Monate später hatte es seinen ersten großen Einsatz.
Denn im Februar 1999 kam es in der Rohrbachstraße, im Jagdhaus der Familie Kessler, zu einem Zimmer- und Dachstuhlbrand.
Dank dem 600 Liter fassenden Wassertank und des Angriffsschlauches konnte ein Ausbreiten des Feuers und der damit verbundene größere Schaden verhindert werden.

Beim Florianstag am 2. Mai, wurde das Fahrzeug feierlich eingeweiht.

Um für den Umgang mit den neuen Geräten und dem Fahrzeug gerüstet zu sein, fanden Lehrgänge „THL“ (Technische Hilfeleistung) statt. Auch waren 5 Kameraden bereit den Führerschein für das neu erworbene Fahrzeug zu erwerben. Ende Mai wurde wie jedes Jahr die Leistungsprüfung „Gruppe im Löscheinsatz“ erfolgreich abgelegt. Im September erfolgte dann die erste Leistungsprüfung „THL“ mit Erfolg.

Die gute Jugendarbeit und die Werbung beim 125 jährigen Jubiläumsfest im Juli erzielten einen erheblichen Mitgliederzuwachs. Für eine neue Jugendgruppe konnten 9 Mädchen und 8 Jungen gewonnen werden. Außerdem traten 5 Ortsbürger als Fördernde und 2 als aktive Mitglieder dem Feuerwehrverein bei.

Auch im Jahr 2000 wurde wieder die tatkräftige Unterstützung der Mitglieder benötigt. Eine größere Erweiterung des Feuerwehrhauses stand an. Im geplanten Anbau sollte ein Büro, eine Küche, Toiletten für Damen und zusätzlicher Lagerraum geschaffen werden. 
Nach 10 Jahren „Oktoberfest“ wurde vom Vorsitzenden Wolfgang Kaiser angeregt  etwas Neues zu starten. So begann bereits im Frühjahr die Planung und Ideenfindung. Man entschied sich schließlich dafür das Oktoberfest in ein Krombernfest (Kartoffelfest) mit typischen Kartoffelspeisen umzuwandeln. Pressebericht zu 1. Krombernfest
Im September begannen die Arbeiten für den Anbau neben dem Gerätehaus. Die Firma „Erdbau Nees“ spendete gebefreudig den notwendigen Aushub.

Mit viel Einsatz der Mitglieder und der unentwegten Mitarbeit des Architekten Otto Fleckenstein, konnte bis zum Ende des Jahres der Rohbau mit dem Dach fertig gestellt werden.

Auch einsatzmäßig war das Jahr alles andere als geruhsam. So kam es allein im ersten Halbjahr zu 4 teils schweren Unfällen in unmittelbarer Umgebung. Auch 2 kleinere Brände waren im Herbst zu verzeichnen.
Im Juni fand eine Brandübung in der Grundschule statt bei der anschaulich die Löschmethoden der Feuerwehr vorgestellt wurden.

2001 Im Januar löste ein lebensmüder Krombacher eine große Suchaktion aus an der 9 Wehren teilgenommen hatten. Die Inspizierung im Oktober durch die Kreisbrandinspektion war wieder erfolgreich

Im März 2001 übergab Wolfgang Kaiser den Vereinsvorsitz an
Peter Buchmann.

Die Mannschaft der Freiwilligen Feuerwehr im Jahr 2001.

Im Mai brannte der Dachstuhl eines Wohnhauses in der Ziegelbergstraße.

Ende des Jahres konnte dann aufgeatmet werden. Der im September 2000 begonnene Anbau war endlich fertig und wurde mit einer großen Feier am 10.11.2001 eingeweiht.

2002 wurde erstmals eine Budgetvereinbarung über die Haushaltsmittel mit der Gemeinde getroffen. Für die nächsten 2 Jahre sollten die pauschalen Zuschüsse des Landes zu 100% an die Geiselbacher Wehren gezahlt werden. Außerdem würde ein prozentualer Anteil aus den Einnahmen der Einsätze einfließen. Diese Mittel sollten ausschließlich für Ausrüstungsgegenstände verwendet werden die nicht der Materialerhaltung dienten wie z.B. Funkmelder, Helmlampen für Atemschutz usw.
Im November 2002 kam es zu einer Verpuffung in der Absaugungsanlage der Großschreinerei Goldbach-Kirchner.
Nach den ereignisreichen letzten Jahren kam nun eine etwas ruhigere Phase. Die Mitgliederzahl stagnierte und überall las man über fehlende Nachwuchskräfte bei den Feuerwehren.

2003 plante der Kreisfeuerwehrverband Aschaffenburg, Abschnittsführungsstellen einzuführen. Ein entsprechend ausgestatteter Raum mit Fax, Mobiltelefon etc. sollte eingerichtet werden. Im Bedarfsfall sei dieser mit Mitgliedern der Kreisbrandinspektion, der Gemeindlichen Führungsstelle und geeigneten Führungskräften der örtlichen Feuerwehr zu besetzen.

Im Januar kam es beim Aussiedlerhof Hornung zu einem Verkehrsunfall mit tödlichem Ausgang für einen Rollerfahrer.

Im Dezember wurde ein neues Mehrzweckfahrzeug in Dienst gestellt.

Die Einweihung erfolgte 2004 im feierlichen Rahmen des Floriantages.

2006 im November erfolgte wieder eine Überprüfung unserer Wehr durch die Kreisbrandinspektion Aschaffenburg. Es wurde eine durchweg gute Organisation bescheinigt.

2007 Von Januar bis März wüteten mehrere Stürme. 6-mal musste ausgerückt werden um umgestürzte Bäume zu beseitigen oder vollgelaufene Keller leer zu pumpen.

Kommandant Martin Köbert trat aus beruflichen Gründen von seinem Posten zurück.

Als Nachfolger schlug man Kilian Köbert vor. Weitere vorgeschlagene Kandidaten lehnten ab.
Kilian Köbert  wurde mit eindeutiger Mehrheit gewählt und nahm das Amt an.
Seine Amtszeit ging von 2007 – 2012

2008 der Beginn eines Dilemmas. Zum ersten Mal musste eine Mitgliederversammlung wiederholt werden.
Was war passiert?
Die Entlastung der Vorstandschaft sollte erfolgen. Bei der Zählung der anwesenden Mitglieder zur Feststellung der Beschlussfähigkeit waren, nach unserer Satzung, nicht genügend Mitglieder erschienen um eine Entlastung zu ermöglichen. Die Versammlung musste also abgebrochen und erneut einberufen werden.

Wie überall, herrschte auch bei uns chronischer Nachwuchsmangel.
Was sich schon 2007 bei der Wahl des Kommandanten abzeichnete, wurde im März 2008 auch bei der Wahl des 2. Kommandanten deutlich. Von den 11 vorgeschlagenen Aktiven war nur eine Frau bereit sich zur Wahl zu stellen.

So wurde Carmen Huber, als erste Frau in der Geschichte unserer Wehr, am 10.04.2008 zur Stellvertretenden Kommandantin gewählt.

2009 wurde auf dem Festplatz in den „Sauren Wiesen“ ein
„Tag der offenen Tür“ mit Jugendwerbetag veranstaltet.

Es fanden Darbietungen wie „Der richtige Umgang mit einem Feuerlöscher“ und „Was passiert wenn man Wasser in eine brennende Fettpfanne schüttet“ statt.

Auch konnten Löschfahrzeuge und Drehleitern bewundert werden. Mit der Drehleiter aus dem benachbarten Hessen konnte jeder, der den Mut aufbrachte in den Rettungskorb steigen und sich auf ca. 35m Höhe heben lassen.

Die kommenden 4 Jahre sollten das 2008 begonnen Dilemma fortführen. Immer musste zu der Mitgliederversammlung ein zweites Mal eingeladen werden. So beschloss die Vereinsführung eine Änderung der Satzung.
Der Passus zur Mindestanwesenheit bei Beschlussfassung in der Mitgliederversammlung sollte gestrichen werden.

2012 wurde dann in der 2. Mitgliederversammlung die geplante Satzungsänderung vorgestellt und durch die anwesenden Mitglieder genehmigt.

Im Dezember 2012 traten Kommandant Kilian Köbert und seine Stellvertreterin Carmen Huber aus beruflichen und privaten Gründen zurück. Somit waren wir, weil niemand ihre Nachfolge antreten wollte, führungslos.

Da es so nicht weiter gehen konnte bestimmte die Gemeinde kommissarisch
Sascha Möbius  als Kommandant.  Seine Amtszeit war von
12/2012 – 04/2013

Im April 2013 wurde Thomas Müller der als einziger zur Verfügung stand in einer durch die Gemeinde einberufenen Dienstversammlung zum Kommandanten gewählt. Sein Stellvertreter wurde Peter Huber. Thomas Müller wies damals bei seiner Wahl schon darauf hin, dass er aus gesundheitlichen Gründen nur bis nächstes Jahr Kommandant bleiben könnte.

Seine Amtszeit ging von 2013 – 2014

Wir hatten damit zwar wieder einen gewählten Kommandanten, das eigentliche Problem, einen geeigneten und willigen Nachfolger zu finden, war aber noch immer nicht gelöst

Nach langen Gesprächen mit möglichen Kandidaten fand man endlich 2 aktive Kameraden die sich zur Wahl stellen wollten.

Peter Huber als Kommandant und Lukas Fuchs zu seinem Stellvertreter.

In der Mitgliederversammlung am 27.03.2014 wurden beide in ihr Amt gewählt

Peter Hubers Amtszeit begann 2014 -

Er trat als Jugendlicher mit 12 Jahren in unsere Wehr ein.
Seit 1982 engagierte er sich als Jugendwart oder als dessen Stellvertreter und kann so auf 30 Jahre Jugendarbeit zurückblicken. 23 Jahre war er davon als Jugendwart tätig.
2013 wurde er Stellvertretender Kommandant und führt nun unsere Wehr an.

An dieser Stelle wünscht der Verfasser dieser Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Geiselbach eine ruhige und weniger aufregende Zukunft.